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Rebirhting ist eine Praxis, die einerseits aus verbundener, zirkulärer Atmung und andererseits aus spiritueller Psychologie und spiritueller Reinigung besteht. Verbundenes Atmen heißt dabei, dass es sowohl nach der Ein-, als auch der Ausatmung keine Pause gibt. Es wird auch als Energieatmen bezeichnet. Diese Art der Atmung bringt einen tiefen Frieden, Entspannung und frische Lebensenergie während und nach jeder Sitzung. Vor und nach der Atemsitzung tauschen sich Rebirther (Coach) und Rebirthee (Klient) über wichtige (und aktuell anstehende) Lebensthemen des Rebirthees aus. So werden z.B. verschiedene Techniken der spirituellen Psychologie und der spirituellen Reinigung gelehrt und geübt, die im Alltag leicht anzuwenden sind und uns helfen, unsere (selbst gesetzten) Grenzen zu überschreiten und unsere Ziele zu erreichen

Durch den verbundenen Atem kommen wir mit uns selbst in Kontakt, so dass sich etwaige Blockaden, Gefühle und Glaubenssätze (Grundüberzeugungen von uns und der Welt) zeigen können, die bisher im Bereich des Unbewussten waren. Wir verbinden uns wieder mit unserer inneren Kraftquelle und gewinnen Klarheit über die Zusammenhänge zwischen unserer Innen- und Außenwelt.

Ablauf einer Breathwork-Session

Jede Atem-Session ist ein einzigartiger Prozess und spiegelt wider wo der Klient gerade in seinem Leben steht. Jede Sitzung bringt daher u.U. andere Themen hervor und läuft unterschiedlich ab. Weder lässt sich ein “Standard-Ablauf” definieren, noch gehorcht der Prozess Vorgaben von außen.

Wie bereits oben erwähnt, ist ein wesentliches Ziel, wieder Kontakt zu verdrängten Gefühlen (z.B. Ängsten, Trauer) und unbewussten Glaubenssätzen zu erhalten, diese vorurteilsfrei und im sicheren Raum anzuschauen und bewusst als ein Teil des eigenen Lebenswegs anzunehmen (und damit zu integrieren – wieder “Ganz werden”). Jede Blockade auf mentaler und/oder emotionaler Ebene hat eine Entsprechung im Körper und Atem des Klienten. Somit geht es darum die Blockaden des Atmungsmechanismus zu lösen und all die Vorteile zu begrüßen, die dieser Prozess mit sich bringt, da wir lernen sowohl Energie als auch Luft frei und leicht zu atmen. Leonard Orr beschreibt es wie folgt: „Die Einheit von Geist und Materie physiologisch zu erfahren”.

Für die Atem-Sitzung sind folgende Aspekte zu beachten:

– Es handelt sich um den Prozess des Rebirthee, nicht des Rebirthers
Das bedeutet, dass der Rebirthee die eigentliche “Arbeit” macht und es die Aufgabe des Rebirthers ist, diesen Prozess liebevoll zu begleiten, zu führen und den Prozess zu unterstützen (z.B. in Form von Berührung oder Ansprache).

– Der Rebirther nimmt den Rebirthee so an, wie er ist
Beim Rebirthing geht es darum, die eigenen Potenziale zu erkennen und zu entwickeln. Der Rebirther wird auf das eingehen, was der Rebirthee ihm präsentiert und keine Themen von außen aufdrängen. Es wird nichts hinzugefügt, was nicht schon längst im Rebirthee enthalten ist.

– Was immer sich zeigen mag, ist willkommen
Alles was in einer Atem-Sitzung passiert ist willkommen und bleibt zwischen Rebirthee und Rebirther. Dieser Raum des Vertrauens, ist ein Raum der Heilung. Jeder Rebirther hat alle Formen von Gefühlsausbrüchen bei sich oder seinen Klienten erlebt und ihm ist deshalb nichts fremd. Der Rebirthee kann sich deshalb ganz fallen lassen. Hingabe an das was ist, ist der Schlüssel zur Veränderung.

Wie finden Atem-Sitzungen statt?

In der Regel findet die Atem-Sitzung im Liegen auf einer Unterlage (dünne Matratze, Liege, Yoga-Matte etc.) statt. Alternativ kann auch im Sitzen geatmet werden. Je nach Verlauf einer Sitzung kann es zu unterschiedlichen Positionen kommen (z.B. im Fall von Müdigkeit Sitzen, Stehen oder Gehen).

Die Dauer der Atem-Sitzung beträgt inkl. Vor- und Nachgespräch ca. 3 Stunden (reine Atemzeit ca. 1-1,5 Stunden). Da der Rebirthee und dessen Prozess im Vordergrund steht, kann die Sitzungsdauer natürlich zeitlich variieren.

1. Das Vorgespräch
Jede Sitzung beginnt mit einem Vorgespräch. Der Rebirther informiert sich über den aktuellen Stand des Rebirthees:
Wie geht es ihm heute?
Welche aktuellen Themen liegen an?
Wie erging es ihm nach der letzten Sitzung?
Sind noch Themen offen?
Das Protokoll und/oder Bild der letzten Sitzung wird besprochen.
Zudem wird vor der ersten Sitzung ein ausführliches Anamnesegespräch über die Vorgeschichte des Rebirthees geführt. Gleichfalls wird die Atemtechnik vorgestellt und gemeinsam geübt.

2. Zeit zur Entspannung
Zum Einstieg in die eigentliche Atem-Sitzung führt der Rebirther den Rebirthee durch einen Entspannungsprozess.

3. Jetzt geht es los: Verbundenes Atmen
Anschließend startet der Rebirthee mit dem verbundenen Atem. Er lernt dabei die zwei unterschiedlichen Atemphasen kennen: Das aktive Einatmen und das passive Ausatmen. Dabei wird verstärkt in die Brust geatmet. Wie bereits oben erwähnt, unterscheidet sich das verbundene Atmen zu unserer “normalen” Atmung dadurch, dass die Pausen zwischen Ein- und Ausatmen weggelassen werden. Es entsteht ein kontinuierlicher Atemkreislauf. Wie ein Pendel, dass kontinuierlich in Bewegung ist und gleichmäßig in beide Richtungen ausschlägt.    
Die Atemtechnik des Rebirthing dient dazu, die natürlichen Energieströme des Körpers zu öffnen und den Kreislauf anzuregen, so dass die Energie ungehindert durch den Körper fließen kann. Diese Steigerung der im Körper zirkulierenden Energie schafft optimale Bedingungen, unter denen Körper, Geist und Seele ihr Potential entfalten können.

Der Rebirther begleitet den Prozess liebevoll und achtsam. Er achtet darauf, dass der Rebirthee entspannt und dennoch kraftvoll ohne Pause atmet und greift bei abweichenden Atemmustern korrigierend ein.
Im Laufe der Sitzung kann es vorkommen, dass sich der Rebirthee kurz Unwohl fühlt, weil das innere System merkt, dass die Komfortzone, in der man alles kennt und unter Kontrolle hat, verlassen wird. Dies kann sich körperlich, mental und emotional äußern. Hier unterstützt der Rebirther und hält den sicheren und geborgenen Raum für alles, was sich zeigen mag.

4. Integration des Erlebten
Die Kombination aus Entspannung und Energieatmen ermöglicht es, dass blockierte Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze an die Oberfläche kommen können. Diese sind mit Ereignissen verknüpft, die aus irgendeinem Grund nicht verarbeitet und integriert werden konnten. Ein sinnvolles und sicherndes System für den Moment der Überforderung, welches unser Überleben sichergestellt hat. Alles was im Moment der Überforderung nicht verarbeitet (integriert) werden kann, wird ins Unbewusste verdrängt.

Derartige Blockaden können unsere bewussten Absichten stören oder ihnen sogar aktiv entgegenwirken. Beispielsweise wirken Grundüberzeugungen aus der Kindheit (wie z.B.: “Ich bin zu schlecht”) bis in das Erwachsenenalter hinein und verhindern die Entfaltung unseres vollen Potenzials.

In dieser Phase werden (oft frühkindliche, geburtliche oder vorgeburtliche) Erinnerungen wachgerufen und die damit verbundenen Gefühle wieder aktiviert. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn plötzlich Trauer, Wut oder aber große Freude vorherrschen. Das Ausdrücken dieser Gefühle hat an sich schon eine heilsame Wirkung.

Beim Rebirthing geht es darum die Energie aus diesen Blockaden wieder für den Menschen verfügbar zu machen und so zu einem freieren, leichteren und energievolleren Leben zu gelangen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Gefühle durch Lachen, Schreien, Weinen, Reden oder Körperbewegungen ausgedrückt werden, es kommt immer der Zeitpunkt, wo das Ausdrücken der Gefühle eine heilende Wirkung hat. Höhepunkt der Atem-Sitzung ist das sogenannte “BIG OH” oder auch kosmischer Orgasmus. Hier kommt es zu einer spontanen Energiefreisetzung. An diesem Punkt wird der Körper im wahrsten Sinne des Wortes, die aufgestauten Gefühle “loslassen” und ihre Integration erlauben.

Integration bedeutet, dass die erlebten Gefühle sowie deren Auslöser als Teil des eigenen Lebensweges angenommen werden. Es gibt ein inneres und äußeres Ja! zu dem Erlebten. Für die Zukunft bedeutet das, dass keine Energie mehr aufgebracht werden muss, um diese alten Gefühle zu unterdrücken. Die Integration ist in diesem Prozess enorm wichtig und der Rebirthee sollte genug Zeit erhalten, so dass sich der neue “Blueprint” auf zellulärer Ebene setzen kann.

5. Die Wiedergeburt
Bereits in der Integrationsphase wird der Rebirthee in der Regel sehr ruhig und entspannt sein. Alle Anspannungen sind von ihm gewichen, er fühlt sich “wie neu geboren” (deshalb der Begriff “Rebirthing”). Manchmal rollen sich die Klienten auch wie ein Baby ein. Diese Entspannung ist ein Zeichen dafür, dass die Sitzung “rund” ist, d.h., die aktivierten Gefühle wurden integriert und der Klient fühlt sich wohl.

Während der gesamten Zeit atmet der Klient verbunden.

Der Abschluss der Sitzung wird von angenehmer Musik begleitet und führt den Rebirthee in eine Phase sehr tiefer und umfassender Entspannung, die nicht beschrieben, nur erfahren werden kann.

6. Abschluss und Nachgespräch
Zum Ende der Sitzung kommt es zum sogenannten “Sharing”. Hier wird die Atem-Sitzung besprochen. Der Rebirthee hat den Raum das Erlebte zu teilen, so dass es sich festigen kann. Er erzählt, was er erlebt hat und welche Schlüsse er daraus zieht. Weiterhin kann unterstützend mit dem Malen von Bildern, oder auch Bewegung gearbeitet werden. Alles was hilft die Erfahrung richtig im Körper zu integrieren (Embodiment), kann den Prozess weiter abrunden und unterstützen. Letztlich vollzieht sich die Integration des Erlebten u.U. noch weit über die Atem-Sitzung hinaus.

Empfehlung
Veränderungsarbeit ist ein kontinuierlicher Prozess. Ich empfehle ein Paket von 10 Atem-Einzelsitzungen zu absolvieren. Des Weiteren ist es natürlich unabdingbar die erlangten Erkenntnisse in den Alltag zu integrieren und so dem Wandel auch tatsächlich Ausdruck im eigenen Handeln und Leben zu verleihen.

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